Noch Tomaten auf den Augen oder schon das Gold von morgen im Blick?

by Christine Müller

Die Redewendung „Tomaten auf den Augen haben“ ist schon lange in den deutschen Wortschatz übergegangen. Ich benutze sie als Nachhaltigkeitsexpertin hier als Analogie für grün, nachhaltig Sparen auf dem Secondhand-Markt. Wieso ich das mache? Das will ich versuchen euch hier zu erklären. Denn aus meiner Sicht, haben die beiden Slogan „Grün Sparen macht Spaß!“ und „Tomaten auf den Augen haben“ mehr gemeinsam als du, ich, wir auf den ersten Blicken meinen würden.

Bedeutung „Tomaten auf den Augen“

Auch wenn die Herkunft der Redewendung „Tomaten auf den Augen haben“ nicht eindeutig geklärt ist, beschäftigten sich schon viele Grün-Sparen-Beiträge vor mir damit als quasi Analogie zur „Tomatenblindheit“. Als Beispiel sei hier genannt Grüne Basics für den Kleiderschrank als Weg zum grün Sparen in Zeiten der Fast-Fashion.

Im literarischen Verständnis und auch im historischen zeigen die Recherchen zur Redewendung

  • bei Müdigkeit färben sich die Augen rot. Es scheint deshalb so, als hätte man Tomaten auf den Augen.
  • Müdigkeit sorgt auch dafür, dass wir unachtsam werden und deshalb ebenfalls „Tomaten auf den Augen haben“.
  • historisch gibt es auch einen Beleg, denn Tomaten galten bis ins späte Mittelalter in Spanien als „Frucht der Sünde“. Deshalb wurden die roten Früchte als Bestrafung für Gesetzes-, Ehebrecher und Verräter eingesetzt. Wer das Gerichtsurteil „tomates en los ojos“ erhielt, dem wurden Tomaten auf die Augen gebunden und er musste damit eine Weile herumlaufen. Für die Gesetzesbrecher war das eine öffentliche Demütigung, da nun jeder von ihrem Verbrechen erfuhr.
  • ganz weltlich und fast schon „banal“ ist da die Aussage, die auf Verkehrspolizisten zurück gehen soll: Wenn ein Autofahrer trotz grüner Ampel nicht losfahren wollte, haben ihn die Verkehrspolizisten gefragt, ob er „Tomaten auf den Augen habe?“. Der Autofahrer sah immer noch rot, obwohl die Ampel längst grün war.

Sparen macht Spaß – Deutsche sind Weltsparmeister

Die Deutschen „lieben“ es zu Sparen. Das berschreibt der Schweizer Auslandkorrespondent Matthias Baxmann in seinem Podcast Typisch Deutsch. Der Journalist Sugdi Hamdan aus Jordanien sagt: „In Deutschland ist das psychologisch. Wenn man ein gutes Einkommen hat, sagt man, ich muss davon etwas zurückhalten. (…) In Jordanien sagen sich die Leute, ich bekomme sowieso sehr wenig Gehalt, der Freitag ist da, da gebe ich alles aus.“

Da kann und muß ich, leider, auch noch einige Beispiele ergänzen für Sparen – passend zu den Tomaten – auch bei Lebensmitteln:

Grün Sparen kommt langsam – aber gewaltig!

Selbst bezeichne ich mich als genußfähiger Mensch. Doch ich gebe zu, ich kenne ja schon das Schlaraffenland des Sparens, den 2. Markt mit Secondhand, Sharing und Kreislaufwirtschaft. DAS kennen die meisten Deutschen nicht. Das kann ich so schreiben, da statista im April 2019 in einer Umfrage zu Secondhand Käufe in Deutschland befragt hatte. Mehr als 2000 Menschen zwischen 18 bis 64 Jahren beantworteten die Frage Welche Produkte haben sie in den letzten 12 Monaten gebraucht gekauft? (Stationär oder online)

Die Spitzenreiter bei den Second-Hand-Käufen

  • Bücher, CD, Musik mit 19 %
  • Bekleidung mit 16 %
  • Unterhaltungselektronik mit 10 %

Aktuell und das schon seit meiner ersten Fachbeitragsreihe zum Secondhand-Markt aus 2009 (Überarbeitung 2018) gibt es 2020 immer noch keine vergleichenden Zahlen von Erst- und Zeitmarkt. Hier Zahlen-Daten-Fakten nur bezogen auf den Buchhandel:

  • Auf dem Erstmarkt machte der deutsche Buchhandel 2019 einen Umsatz von 3,73 Mrd. EURO.
  • Auf dem Zweitmarkt wird der Umsatz ReCommerce-Markt in Deutschland laut statista überwiegend online gemacht, 78% kaufen laut einer Umfrage von 2018 im Internet
  • Der Umsatz des An- und Verkaufs von gebrauchten Gegenständen wie auch Büchern ist ungebrochen. Online-Händler wie Momox machte 100 Millionen EURO Umsatz (2016) und Rebuy 150 Millionen EURO (2017).

Von „bäh, gebraucht“ zum neuen „Gold der Deutschen“

Wie die Tomate im Mittelalter auch als „Frucht der Sünde“ bezeichnet wurde. So sind aktuell „Waren aus Vorbesitz“ laut §3 des Kreislaufwirtschaftsgesetz in Deutschland (noch) „Müll“, den es zu verwerten oder zu vernichten gilt. DAS wollte und wollen erst wenige besitzen. Aber als Weltsparmeister, die die Deutschen sind, werden sie, so meine Prognose, besonders jetzt durch die Coronakrise beschleunigt, verstehen welches Gold “dieser Müll ist” und welchen Preisvorteil und Mehrwert dieser „Müll“ hat.

Wie zu Beginn der Krise, Toilettenpapier plötzlich zum neuen Gold der Deutschen wurde, sehe ich den 2nd-Hand-Markt jetzt auch so. In meinem 11. Impuls Mehrwert Secondhand. Zukunftssicht habe ich passend die Automobilindustrie zitiert mit diesen Worten „Volkswagen etwa baut in Salzgitter eine Pilotanlage dazu auf – es geht neben Aluminium, Stahl und Kupfer um Batteriematerialien wie Nickel, Mangan und Kobalt. Anstatt eines energieintensiven Nachschubs solcher Stoffe durch weiteren Bergbau und globale Transporte sollen sie aus Altteilen wiedergewonnen oder mit „Second-Life-Konzepten“ weitergenutzt werden.“

Die abschließenden Worte zum „Gold von morgen“

So profitieren Kunden vom Re-Commerce

  • Preisersparnis im Vergleich zum Neupreis
  • Garantie zusätzlich zur Gewährleistung in der Regel inklusive
  • Nachhaltiger als Neuware
  • Komfortables Kaufen und Verkaufen

Mehr grüne Tipps: Mein Buch

BuchcoverDieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem ebook Grün Sparen macht Spaß! – wenn du mehr von diesen Tipps willst, um das neue Gold zu sehen, dann kauf gleich mein Buch. Mit 4,99 € ein echt grünes Schnäppchen!

PS:

Ich freue ich über jedes Feedback – und über eine Bewertung meines ersten ebooks erst Recht. Viel Spaß dir! Bis ganz bald

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